Unionskirche

Benannt nach der 1817 in Idstein verhandelten und beschlossenen Union von "Lutheranern" und Reformierten".
Ein romanischer Gründungsbau, 1330/40 von Graf Gerlach von Nassau-Idstein zu einer gotischen Kirche verändert.

1340 Erhebung zur Stiftskirche St. Martin mit sechs Chorherren und zahlreichen Altären.

Für den Sebastiansaltar ließ Graf Philipp 1509 den Raum der heutigen Sakristei herrichten.
Ab 1669 Umbau der Stiftskirche in diese kunstvoll und prächtig ausgestattete evangelische Predigt- und Hof- kirche durch Graf Johannes.
Dabei Rückwendung zur altchristlichen Form der Basi- lika. Der Innenausbau des Kirchenschiffs geschah in romanisch - renaissancehaften Formen.
Die Umbauplanung wird neuerdings dem Straßburger Münsterbaumeister Johann Georg Heckler zugeschrieben.



Die Marmorarbeiten waren zumeist von Amold Harnisch, Mainz, und Martin Sattler, Idstein.

links und unten:
Decke der Sakristei

Die einmalige Verkleidung der Wände und Decke mit Gemälden in Ölfarbe auf Leinwand geschah nach einer Idee des Bauherrn.
Ausgeführt wurde das Vorhaben 1673 - 78 durch Michel Angelo Immenraedt in rubensscher Manier an 33 Bildern, an fünf weiteren Bildern von Johann von Sandrart (unten).

oben: Eines der Gemälde, “Der zwölfjährige Jesus im Tempel” von Sandrart.
Diese großformatigen, farbkräftigen Bilder ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie sind von hervorragender handwerklicher Qualität und im künstlerischen Ausdruck auf der Höhe ihrer Zeit.
Die eigentliche Besonderheit dieser Bilderdecke ist die Anordnung der Historienbilder. Sie folgt nicht der Chronologie der Evangelien, sondern verknüpft durch Nebeneinander und Gegenüber die biblischen Inhalte der Bildszenen zu einer theologischen Aussage in Form einer Predigt.
Um sie zu erfassen muß man aber mit den biblischen Geschichten des Neuen Testaments vertraut sein - und das sind heute nur noch wenige Besucher.

unten links: Kanzel von 1673, gefertigt vom Düsseldorfer Christian Gaßmann. Der knieende Samson trägt die Marmorarbeit, ein Engel hilft ihm.
Der Taufstein von Martin Sattler steht heute weiter links im Kirchenschiff.
unten rechts: Das Schiff nach Westen gesehen; der Orgelprospekt ist von 1783, das Orgelwerk der Firma Walker ist von 1912.

links: Ausschnitt einer älteren Ansichtskarte; der Text ist ebenfalls schon Geschichte mit Geschichten.
Heute heißt es statt “Reiterchörchen” korrekt “Frauenstuhl des Fürstenstandes”
unten: Grabplatte im Windfang

Mit dem Tod des Bauherrn 1677 ruhte der weitere Umbau.
Erst 1724 - 26 wurde der Chorraum in einem maßvollen Barock ausgebaut.
Zu beiden Seiten des Altars stehen die Grabmäler der hier bestatteten letzten Regenten der Linien Nassau - Idstein, Fürst Georg August,
1721, und der Linie Nassau - Saarbrücken, Fürst Karl Ludwig, † 1723.

Mit Ausnahme der Bildhinweise ist uns der Text freundlicherweise von Dr. Karl Heinz Schmidt zur Verfügung gestellt worden. Herzlichen Dank!

Hier kann man mehr über die “Union” im Namen der Unionskirche erfahren.

 

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