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Die Waffen-SS stand noch mit einem Panzer am Rathaus, verschwand aber auch in Richtung Osten. Auf einer privaten deutschen Webseite heißt das so: “Die restliche Division (6. SS-Gebirgsdivision “Nord”) wird bei Brodenbach an der Mosel eingesetzt. Rückzug zum Rhein. Einsatz in der Rheinstellung danach Rückzug in den Raum Idstein durch den Taunus bis nach Friedberg in den Büdinger Wald. Hier wird die Division aufgelöst und die Reste kommen in amerikanische Gefangenschaft.”
Diese Tage des radikalen Wechsels brachten Männer hervor, die uneigennützig, voller Mut und vom Tod bedroht herausragende Taten für die Bevölkerung leisteten. Georg Grandpierre fuhr zweimal durch die bereits auf der Autobahn bestehende "feindliche Linie" nach Görsroth (!!!), das erste Mal, um den dort stehenden Fahnenjunkern aus Weilburg einen Einsatzbefehl zu überbringen. Darin stand, dass man den Panzervormarsch an der Autobahn zu unterbinden habe. Glücklich wieder zuhaus' angekommen, erfuhr Grandpierre, dass Idstein zur Lazarettstadt sei. Noch einmal wagte "Schorsch" den Weg nach Görsroth, um die Soldaten vom widerrufenen Einsatzbefehl zu unterrichten. Die Fahnenjunkereinheit zog daraufhin ab. Eine Lazarettstadt war "offen", das heißt, sie durfte nicht verteidigt werden. Tatsächlich waren die Räume des Schlosses mit Verwundeten vollgestopft, ebenso waren Bauschule, Realschule, Winterschule und Kalmenhof belegt worden. Albert Kaus hing ein weißes Bettlaken (ein vom Talwirt Guckes gestiftetes Bettlaken) aus dem Turmfenster des Hexenturms, obwohl vom Tiergarten her noch Befehle der Volkssturmoffiziere zu hören waren. Bis zum Schluss Hitlertreue holten den Mann vom Turm herunter, fesselten ihn und ließen ihn in einem Militärwagen zu einem Standgericht (und damit zum Erschiessen) nach Heftrich fahren. Der dortige Offizier bewies ebenfalls Mut und ließ den gefangenen Idsteiner frei. Der Arzt Dr. Cohaus ging mit Albert Kaus und Adolf Hoeffner, einem Evakuierten aus Frankfurt, in Richtung Oberauroff den heranrollenden Amerikanern entgegen, um diesen die Übergabe der Stadt anzubieten und sich für die Friedfertigkeit der Zivilisten zu verbürgen. Auf dem ersten Panzer stehend (als Kugelfang!) begleiteten die Unterhändler die Einmarschierenden, um die Bevölkerung zu beruhigen. Am 29./30. mußten Bahnhofstraße und Wiesbadener Straße geräumt werden, um Unterkunft für die Soldaten zu schaffen. Binnen einer Stunde sollte die Räumung geschehen, die Möbel hatten zu verbleiben. Die “Besatzer” sahen das so:
“May 11 1945 Poltack and me were the advance party that came to the town of Idstein. We were sent here to find buildings for the company to live in. We picked out the nicest buildings in town and we took them over and kicked out the civilians. Believe me I really enjoyed kicking these civilians out. The Burgermeister ofthe town invited Poltack and me to have a delicious supper. We had a delicious steak and French fried potatoes at his expense. We have movies or shows here almost every night. We have a nice big swimming pool that we use during the day. We sleep in a nice soft beds and really have the life out here.We do a little training during the day, but we don't mind it as long as we are not on the line and a little training can't hurt us.We have a nice radio in the house and have a nice comfortable life. Right now we are waiting for them to tell us what we will do now that the war is over. Until they tell us it seems we will just sit around and take life easy. Well now the story is up to the present time.Hope you like it. Everything I said in this story is true and nothing has been made up to make it sound good. I will try to keep notes on what happens to me from now on and I will continue the story. P.F.C. Frank Portner 42134969 Co. K, 274th Infantry, 70th Division” (Übersetzung)
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